MEDIENPREIS

Der Medienpreis ist ein vom Zonta Club Fünf-Seen-Land geschaffener Frauenförderpreis. Frauen aus dem Medienbereich, die in der Region leben oder arbeiten und sich um die Frauenförderung und um das Thema Gleichberechtigung verdient gemacht haben, sollen damit geehrt und in ihrem Tun ermutigt werden. Der Preis ist mit 1000 Euro und mit einer Ehrennadel (Sonne/Mond-Symbol) dotiert. Der Medienpreis hat sich inzwischen erfolgreich etabliert.

 

Medienpreisträgerin 2020: Dr. Ingvild Richardsen

Der Medienpreis 2020 ging an Dr. Ingvild Richardsen, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Ausstellungskuratorin. Dr. Ingvild Richardsen, die in München lebt und arbeitet, forscht seit vielen Jahren über die Frauenbewegungen und vergessene Autorinnen des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie erhält den Medienpreis 2020, weil sie durch ihr engagiertes Wirken und in ihren zahlreichen Werken auf wichtige Frauen der bayerischen Geschichte aufmerksam macht.

Die Preisverleihung fand aus besonderem historischen Anlass im Cafe Luitpold in München statt: Dort, wo heute der Herrenclub tagt, wurde 1899 der ‚Erste Bayerische Frauentag‘ festlich eröffnet. Der Tag gilt als Initialzündung für die Gleichberechtigungsbewegung in Bayern. München war damals das Zentrum der modernen Frauenbewegung in Bayern und ein wichtiger öffentlicher Treffpunkt der Münchener Frauenbewegung, deren Entwicklung Dr. Richardsen in Ausstellungen und Büchern vielfach dargestellt und hervorgehoben hat.

Warum ist die Forschung von Dr. Richardsen gerade jetzt hochaktuell?
Schon vor einhundertzwanzig Jahren hatten moderne Frauen angemahnt, dass die Gesellschaft nur funktionieren könne, wenn Frauen die Hälfte der Arbeit und Verantwortung übernähmen – als Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Unternehmerinnen und Politikerinnen. Die Münchener Frauenbewegung kämpfte für Bildung, Beruf und Erwerbstätigkeit. Für Selbstbestimmung, Gleichstellung und gerechte Entlohnung. Forderungen, die bis heute gültig sind. Von denen wir aber gerade in der Corona Krise mit Homeoffice, Kurzarbeit und Schule-zu-Hause immer noch weit entfernt sind. In ihren Arbeiten stellt Ingvild Richardsen die Protagonistinnen dieses euphorischen Aufbruchs vor und erzählt ein zentrales Kapitel deutscher Emanzipationsgeschichte: „Jetzt können wir wieder sehr viel lernen von ihnen“, meint sie, „von ihrem Mut zur Selbstbestimmung, ihrer Toleranz und ihrem Zusammenschluss in Netzwerken.“ Immer wieder möchte sie darauf hinweisen, dass all das um 1900 schon einmal selbstverständlich war.

Ihre jüngsten, in 2019 veröffentlichten Bücher: “Leidenschaftliche Herzen, feurige Seelen. Wie Frauen die Welt veränderten”, Frankfurt/M.: S. Fischer, 2019 sowie “Frei und gleich und würdig. Die Frauenbewegung und der Erste bayerische Frauentag 1899”, München: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, 2019.

Impressionen der Preisverleihung

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für die hervorragende Organisation und insbesondere an Fr. Gabriela Wutz, Leitung der Geschäftsstelle des Münchener Herrenclubs, in deren Räumlichkeiten wir die Verleihung durchführen konnten! Eindrücke der Preisverleihung, die entsprechend der geltenden Hygieneregeln im kleinen Kreis im Juni 2021 endlich persönlich stattfinden konnte:

Ingvild Richardsen, Medienpreisträgerin 2020 des Zonta Club Fünf-Seen-Land

Unsere Preisträgerin Dr. Ingvild Richardsen in der von ihr kuratierten Ausstellung ‘Evas Töchter’ in der Monacensia, München | © Foto: Matthias Junken |

Ein herzliches Dankeschön auch an die anwesenden Pressevertreterinnen und Pressevertreter! Hier zwei Links zum Nachlesen bzw. Nachhören:

Frauenpower im Herrenclub (5. Juli 2021), ein Beitrag von Ines Wagner von Kulturvision Aktuell

Reportage: Vergabe des ZONTA Club Fünf-Seen-Land Medien Preises 2020 an Dr. Ingvild Richardsen (4. Juli 2021), ein Beitrag von Dr. Uwe Kullnick mit der Laudatio von Dr. Charlotte von Bodelschwingh und einem Interview mit unserer Preisträgerin

Bisherige Medienpreisträgerinnen:

2019 Felicitas Darschin
Film „Frau Mutter Tier“, Regie

2018 Jule Ronstedt
Film „Maria Mafiosi“, Drehbuch und Regie

2017 Cornelia Bernoulli
Theatercollage „Luthers Lust und Liebe“, Text, Regie, Schauspiel

© Fotos 2017-2019: Sylvia Mayer | Marlen Peix

 

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